Sonne, Strand und Meer - Urlaub !

Ja, ihr lest richtig. Ich war am Strand, die Sonne knallte und das Meer war in Sicht - jedenfalls war es Meerwasser aus der Bucht vor Tokio. Ich war auf Odaiba, einer künstlich angelegten Insel, die aber von mehreren Seiten mit dem Festland verbunden ist.

Hierzu habe ich mal nicht meine bisherigen Tagestickets verwendet, denn ich musste auf eine fremde Bahngesellschaft umsatteln, aber es hat sich gelohnt, mal überirdisch zu fahren und die Welt zu sehen. Und was das für eine riesige Welt da draußen ist - unfassbar.

Angekommen, sehe ich erst einmal das außergewöhnliche Gebäude der Fuji TV-Gesellschaft. Wie ein Bau aus Legobausteinen und -streben sieht es aus, mit einer riesigen Kugel an der obersten Strebe in der Mitte. Nach Überquerung (Brücke natürlich) des Highways komme ich am Hauptzentrum des angestrebten Komplexes an: Tokyo Decks Beach, SEGA Joypolis und Aqua City.

Tokyo Decks ist ein großer Restaurant- und Shopping-Komplex. Über die vielen frei begehbaren Außenterrassen hat man einen fantastischen Blick über die Bucht und auf die Rainbow Brigde, eine Hängebrücke, über die der Hauptverkehr nach Tokio hinein fließt, sowohl per Bahn als auch mit dem Auto oder LKW. Der Blick reicht bis weit ans Ende der künstlichen Insel auf den Hafen und einige kleine Garten- und Sichtschutzinseln. Die Bucht selbst ist mit Sand ausgelegt und steht einem Sandstrand in Spanien in nichts nach. Nur baden ist hier strengstens verboten, obwohl das Wasser selbst sauber ist und es sogar Bewohner gibt - kleine wendige Fischlein, harmlose Quallen und wohl auch kleine Krebse.

Die Decks und der Weg unten am Strand entlang sind komplett mit Holzdielen belegt und Palmen sind oft gepflanzt. Mal in Kübeln auf den Decks, mal in einem Grüngewirr am Wegesrand. Die Menschen kommen Hand in Hand und setzen sich an den Strand und genießen die Atmosphäre bei Eis und kühlen Getränken. Eine Strandbar mit karibischen Klängen und Heinecken-Bier sorgt für den Rest. Auch ich habe mich erst einmal (nach einem Spaziergang an der Bucht entlang) an den Strand gesetzt und einfach eine Stunde nichts getan, mich dann hingelegt und eine halbe Stunde gedöst, um mich dann wieder eine halbe Stunde hinzusetzen und dann einem gepflegten Shopping-Trip hinzugeben.

Zum Mittagessen habe ich mir ein Thunfisch-Mayo-Onigiri geholt und für danach einen Käsekuchen-Sahne-Frucht-Flanbecher aus dem Supermarkt. Von allem ein wenig drin, und die wohl köstlichste Sache, die ich bisher (und im Nachhinein betrachtet im ganzen Urlaub und seit langem überhaupt) gegessen habe. Ja, auf Süßigkeiten-Kreationen aus anderen Ländern, auch kombiniert, verstehen sich die Japaner wirklich verdammt gut. Ich habe das am Vortag schonmal gesagt oder gedacht, aber ich muss es einfach nochmal sagen. Toll toll toll!

Dann habe ich mich in einen Kitty-Store verirrt. Grund war der Eingang, der von einer riesigen rosa-pink-gestreiften Katze umrahmt wird. Der Eingang ist quasi durch das Katzenmaul hinein in den Laden. Klasse Idee. Erst sah ich nur Kratzbäume und Halsbänder und allerlei Katzenkram. Kater hätte sich sicher wohl gefühlt, aber plötzlich eine lebendige Katze im Schaufenster! Kawaii (süß! Offenbar hat der was Böses angestellt, denn wie ich später rausfand, gabs da noch viel mehr Katzen. Vorne ist nur der Shop mit allem, was Katzen sicherlich nicht brauchen und auch gar nicht erst haben wollen, hinten aber, durch eine separate Kasse getrennt, gibt es einen Katzenschmusebereich mit vielen tollen Katzen aller nur möglichen Rassen. Ich habs aber dennoch gelassen. Habe doch meine vernachlässigten Straßenbiester *love*, wofür Geld ausgeben für Katzen, die alle paar Minuten von neuen Händen umgarnt werden und dadurch schon einen Knacks abbekommen haben oder resigniert haben?

So langsam ging dann die Sonne unter. Solange nicht passiert, bin ich ins Sony-Center in Aqua City gegangen, und habe mir die neueste Technologie und verschiedene Einrichtungen, TVs und Heimkinoanlagen angesehen und angehört. Als die Sonne dann wirklich schwächer wurde, bin ich raus zur Freiheitsstatue (ja, auch so eine haben die - nicht nur den Eifelturm) und habe von dort aus einige Bilder von der Bucht, der Brücke und natürlich der guten Dame geschossen.

Wieder mal ein schönes Schild - die Japaner sind da echt Meister drin - mit Bildern (stellt euch einfach die dümmsten Figuren und Situationen dazu vor):

  • Do not damage the facilities (also Bänke und sowas)
  • Do not litter (verschmutzen)
  • Do not annoy someone by playing baseball, golf, whatever
  • Do not enter prohibited zones
  • Do not ride motorcycles and the like into the park
  • Do not peddle (hausieren)
  • Post no bills! (Plakate kleben)
  • Do not damage trees, flowers and other plants
  • Do not catch birds or fish

Würd mir alles gar nicht einfallen, und vor allem keinem Japaner. Ob die das allerdings aufgrund der guten Erziehung oder der ständigen Erinnerungen durch solche Schilder nicht machen, kann ich gar nich mal sagen. Letzteres würde immerhin einiges erklären... Hmn. Ansonsten ist das einfach ein freundlich-bestimmter Hinweis an andere Nationen - an die Aliens, sozusagen. Denn das sind wir am Flughafen offiziell - die Alien Registration müssen wir Einreisenden mit Fingerabdrücken und Foto bestehen.

Eigentlich bin ich ja nach Odaiba rüber, um Palette Town zu sehen. Zum Glück habe ich das nachgeschoben, denn so viel, wie angekündigt, war das dann doch nicht. Immerhin der Toyota Showroom, in dem auf zweieinhalb Etagen die aktuellen und angekündigten Modelle zu sehen sind, daneben Venus Fort, ein riesiger Einkaufskomplex, bis auf einen kleinen Abschnitt komplett auf Venezianische Stadt getrimmt, nur ohne Wasserstraßen, leider - war also eher (neutral gesprochen) italienisches Flair, dafür aber nicht weniger schön. Die Preise dagegen waren nichts für meine Gemüter. Gehörte doch schon weitestgehend zur gehobenen Klasse, wenn auch nicht Gucci oder Prada.

Das Highlight - ich hätte beinahe geheult vor Überwältigung - war die Fahrt mit dem Riesenrad. Mit einem Durchmesser von 100 m eines der größten der Welt. Die Fahrt bei Nacht war .. WOW. Der Hafen auf der einen Seite, die Stadt auf der anderen. Die Lichter, starr und bewegt, die Rainbow Bridge, die Skyline auf der anderen Seite des Wassers... Und das Rad selbst wechselt regenbogenartig andauernd die Farben. Einfach nur ein Erlebnis, das jeden Cent wert war. Oder Yen. 900 Yen, also irgendwo zwischen 7 und 8 Euro, eine Gondel 10 Minuten lang für mich allein. Nur leider hat die Kamera keine guten Nachtbilder ausgeworfen, was mich nach gefühlt unendlicher Knipserei hinterher doch etwas enttäuscht hat.

9.4.09 14:49

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