Buddhistische Einkaufswelt?

Am Sonntag, dem letzten vor der Abreise (die aber erst am Freitag ist ^_^), bin ich morgens nach einem immer schlimmer werdenden Kampf mit der Schläfrigkeit recht spät aufgebrochen. Ziel sollte zuerst der Atago-Schrein sein. Hierbei handelt es sich um eine buddhistische Stätte. Hoch auf einem Hügel gelegen, erklimmt man zuerst die Stufen.. oder man nimmt - hallo? Was ist denn das?! - die Rolltreppe. Okay, ich hab mich dann doch ein wenig gewundert, ebenso, als der Übersichtsplan dann die Tempelanlage als auch ein Atago-Building auswies. Nach einem verwunderten Blick auf die Angaben "Subway", "Starbucks", "Asia...Restaurant" usw. hab ich das dann einfach ignoriert und habe mich wohlweislich in die tatsächliche Anlage verirrt.

Viele Gebäude, aber ausnahmsweise auch einmal einige Blumen und verschiedenste Pflanzungen, und dazu einige Buddha-Figuren an diversen Stellen. Ansonsten bin ich, denke ich, so langsam tempelresistent geworden, denn irgendwie ist der Reiz weg. Es gibt einfach zu viele große wie kleine.

Was ich aber besonders schön fand, war hier ein in die Wand hineingleitender und mit dem Oberkörper bereits wieder ausgetretener wasserspuckender Drache mit goldener Kugel in der Hand. Man stelle sich vor, dass eben Po mit Drachenschwanz und dann wieder Vorderläufe und Kopf aus der Wand schauen. Sogar in schönem auffälligen grün, ein wenig hinter einem Tempel versteckt gelegen und nur dank der Geräusche gesucht und erblickt. Auch gab es einen schön angelegten Wasserpark - oder Bachlauf, nur eben auf schick getrimmt. Eine schöne Anlage war, dass in einen im Wasser liegenden Bottich voller Sand von unten Wasserdruck hineingegeben wurde, wodurch es aussieht, als würde der Sand im Wasser brodeln. Dazu aber auch immer schöne hinweise, dass man nicht ins Wasser treten soll.

Auch habe ich nun mein "Schild No.1 Japan" gefunden:
"No Pets, No Poop" ^_^ Love it!

Danach ging es nochmals nach Harajuku (weil: ist ja Sonntag) und dort habe ich die Harajuku-Kids nochmals angeschaut und wieder ein paar Fotos geschossen. Außerdem gab es dort zwei "Free Hugs"-Leute. Den männlichen von beiden (die Dame hat bald aufgehört) habe ich irgendwann umarmt und mir dadurch meine "Hugs" abgeholt. Ehrlich mal - wenn man alleine in einer Stadt ist und niemanden zum Drücken hat, ist das echt befreiend! Der hat auch wirklich alle umarmt. "Free Hugs - All you need" stand auf dem Schild. Ubnd nach einigen beobachtenen Umarmungen bin ich selbst hin. Sehr nice ^_^

Dann hat ein Duo angefangen, dort Musik zu machen. Der eine als Tempeldiener verkleidet (eigentlich tragen das meine ich eher die Damen) mit Gitarre, der andere als Buddhistischer Mönch, glaube ich. Er schwang zudem irgendeine Fahne und hatte eine Kette mit riesigen Holzkugeln um. Haben schön für Stimmung gesorgt. Leider habe ich die Texte nicht ansatzweise verstanden. Aber durch die manchmal auflachende Menschentraube, die sich mittlerweile angesammelt hatte, scheint es was zu sein, das ankommt.

Dann war ich ein wenig bummeln, und musste mal wieder staunen, wie natürlich es für die meisten Japaner ist, sich irgendwo anzustellen und zu warten. Ein Geschäft, irgendwelche hippen Klamotten, mit Warteführung und entsprechender Menschenschlange darin. Ebenso in der Mittagspause. Da stehen (oder sitzen) die Leute vor manchen Restaurants Schlange, bis sie rein dürfen, um den Laden nicht zu überfüllen. Aber gut, wo viele Menschen aufeinander treffen, da muss das halt anders geregelt werden. Bei uns würde das sicher nur passieren, wenn der alte Lagerfeld mal wieder eine Kollektion für H&M oder sonstwas herausbringt.

Ein weiterer Fund des Wochenendes ist ein Pachinko-Laden (also mal wieder das gute Glücksspiel), der sich Green Peas nennt. Mit den Rettungsaktionen von Greenpeace haben die allerdings wohl rein gar nichts zu tun. Vielleicht kann man ja sogar gewonnene Kugeln gegen Walfleisch eintauschen?! Süßkram, Waschmittel und andere Haushaltsgegenstände gibt es jedenfalls.

Auf dem Heimweg habe ich mir an einem Stand vor einem Bahnhof ein süßes Teilchen mit Vanillefüllung geholt, "neue Creation aus Paris". Nun gut, ich weiß bis heute nicht, wie die das in Japan nennen, aber mit einem Fingerzeig habe ich das gute Stück bestellt und bekommen. Sehr lecker. Also auf Süßigkeiten mit Anlehnung aus Übersee verstehen sie sich, die Japaner.

Ansonsten lassen die Kochkünste weiterhin zu wünschen übrig. Es fehlt an Pepp, und vieles ist zu fettig (frittiert, frittiert, frittiert..) Adieu.

Glasbild in der U-Bahn-Station, Ausschnitt. Gesamt ca. 6x2 Meter

8.4.09 02:08

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