Am Freitag hat man frei... laut dem Sams

Ja, ich habe mir frei genommen in meinem Urlaub. Es war einfach an der Zeit, einmal richtig auszuspannen. So habe ich mich morgens gegen 10 Uhr gemütlich auf den Weg gemacht und mich bei strahlendem Sonnenschein und sicherlich 14 Grad um diese Uhrzeit in den Hibiya-Park gesetzt und mein Buch gelesen - "Der siebte Tod" von Paul Cleave. Kann ich bisher voll empfehlen, obwohl ich sonst ganz andere Bücher lese.

Den Hibiya-Park habe ich eher zufällig beim Umsteigen entdeckt. Bin in der Metro an einem Wegweiser mit Karte vorbeigekommen und den Park darauf gesehen. Also einfach mal spontan hochgestiefelt und einen schönen kleinen Park vorgefunden. Parallel habe ich ein Onigiri mit Tunfisch-Mayo-Füllung gegessen und mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Einfach nur genial.

Im See direkt vor mir habe ich nach und nach lauter Schildkröten entdeckt. Überall saßen sie auf Steinen und haben die Hälse gen' Himmel gestreckt. Kleine wie große. Manchmal 7 auf einem Fleck, halb übereinander, manchmal nur eine allein. Allerdings waren die nicht echt. ^_^ Hat der Erschaffer allerdings täuschend echt und beeindruckend hinbekommen.

Im Hintergrund spielte klassische Musik. Offenbar ist eine Parkfläche weiter ein Konzert gegeben worden, denn ab und an ertönte Applaus. Einmal wurde etwas über die Sprechanlage (die jeder Park und jeder Gebäudekomplex besitzt) ausgerufen. Da ich aber nicht mitten im Geschehen sein wollte, habe ich einfach die Beine von mir gestreckt und den Frühling genossen. Alles blühte, duftete, zwitscherte. Eine Katze, ein Rabe und ein Kleinkind besuchten mich. Die Karpfen schwammen glücklich und seelenruhig im Teich.

In Japan haben sie übrigens oft, gerade in Parks, geteilte Bänke. Heißt: Die Sitzfläche ist die gleiche, allerdings ist in der Mitte der Bank eine Metallstrebe eingelassen wie eine Armlehne. Ich denke, das soll verhindern, dass Obdachlose die Bank als Schlafstätte nutzen. Vielleicht auch, damit sich die Leute nicht alleine zu breit machen, aber ich glaube eher an die erste Theorie.

Da sich der Park nach und nach mit immer mehr Menschen füllte, die Ihre Mittagspause oder den Feierabend antraten, habe ich mich dann verkrümelt und mich nach einer erneuten Runde Bahnfahren im Yoyogi-Park am Wasser mit einer Fontaine niedergelassen habe. Die Sonne fühlte sich nun nach guten 18-20 Grad an und der ab und an herüberwehende Wassernebel tat richtig gut.

Nach weiteren 2-3 Stunden und einem kurzen Mittagsdösen am Teich bin ich nochmals aufs Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku hochgefahren, habe den Sonnenuntergang im Warmen genossen und mich so dem "Sonne-weg-in-Tokyo"-Kalteffekt entzogen. Noch schnell ein paar Postkarten gekauft (warum haben große Städte nie tolle Postkarten? Es gibt wirklich alles in dieser Stadt, aber schöne Postkarten - nöööp).

Dort oben habe ich dann auch bei einem Besuch der Örtlichkeiten ein klasse Bild gefunden. Zwei Männchen, ein Kreis drumherum rot = falsch, einer grün = richtig. Man kennt das ja. Es war eine westliche Toilette, mit Toilettenübertöngeräuschen auf Wunsch (ich wünsche sowas nicht, klingt wie Dauerabfluss, soll aber wohl ein Wasserfall sein) und voreingestellter Toilettensitzheizung. Luxusweibchen, ich ^_^ Zurück zu den Männchen: Eines hockte AUF dem Toilettenring in Skispringerhaltung vorm Absprung. Roter Kringel drum. Der andere saß wie ein zivilisierter Mensch auf der Schüssel, das wurde lobend mit Grün bewertet. Ich liebe japanische Hinweisschilder ^_O

Auf dem Rückweg bin ich noch in irgendeinen teuren Kaufhauskomplex geraten, habe mir alle 8 Etagen mehr oder minder intensiv angesehen (in manche Läden traue ich mich ja quasi nichtmal rein, so nobel sehen die aus x__x) und dann auf dem Dach die Weihnachts.. naja, eher Hanamibeleuchtung am Baum auf dem kleinen Dachgarten bewundert (4 Bäume, weiß strahlend).

Dann wieder heim, Bett, Ende.

6.4.09 15:45

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