Wasser und Strom - eine XXX-Mischung (<-- Herzblatt-Zusammenfassung)

Viel habe ich am Mittwoch nicht gemacht. Nachdem ich ja am Vortag nicht viel gehen wollte und dann einen der längsten Märsche gemacht habe, ging es in den Stadtteil Akihabara, die Elektronikmeile Tokios. Allerdings habe ich nichts Besonderes gefunden.

Mit dem Elektronik-Zeugs kann ich wenig anfangen. Die einen Läden haben alles mögliche Werkzeug und Kleinteile, um Kaputtes selbst wieder heile machen zu können. Die nächsten verkaufen nur Handys, dann nur Kameras, oder eben Reiskocher und andere Haushaltselektronik. Dann auf Hifi spezialisierte Geschäfte und ab und an ein Anime-Hentai-Ero-Laden, in dem es eben von Anime (Zeichentrickfilme) über Hentai (das gleiche in XXX) und Manga-Style-Erotik-Toys oder sexy-knappe Kostüme als auch Comichefte alles zu kaufen gibt.

Weiter ging es zufällig zur Hachiko-Statue, dem beliebtesten Treffpunkt der Tokionesen, weil einfach bekannt wie ein bunter Hund (auch wenn es ein grauer ist). Dem seinen Herrn bis in den Tod treuer Hund wird sogar so verehrt, dass er noch heute, Jahre danach, Blumen vor die Pfoten gelegt bekommt.

Neben den unglaublich kurzen gürtelartigen Röcken der Japanerinnen oder den anderen schrillen Kleidungsstilen fällt immer wieder die „rollende Frauenhandtasche“ auf: ein Trolley, oft grellpink oder mit Mickey-Maus und Hello-Kitty darauf. Was haben die Damen nur alles da drin? Ich komm mich einem einfachen Eastpak-Rucksack aus, und der ist momentan nur relativ voll, weil ich Tourist bin, das Internet kaum geht und ich mich auf warmes wie kaltes Wetter vorbereiten muss, einen Stadtplan in Form eines Buches samt 2 Wörterbüchern mitführe und ab und zu mal im 100-Yen-Laden (begrenzt) zuschlage.

Auf dem Rückweg nach Hause mache in am Tokioter Hauptbahnhof Halt. Der soll ja wunderschön sein, weil auf alt gemacht. Naja, momentan ist alles zugestellt mit Sicherheitswänden, denn es soll mal wieder umgebaut werden. Alt reicht nicht. Nun muss der Bau noch barocke (oder was weiß ich, in welche Epoche gehörend) Kuppeldächer bekommen. Unter dem Gebäude führen ewige Schächte. Ich bin beinahe einen Kilometer gelaufen, bis ich wieder ans Tageslicht kam. Dafür habe ich eine recht schöne Galerie (Gyoko-dori Underground Gallery) mit Aufnahmen aus dem alten wie auch gegenwärtigen Tokio und Restjapan gesehen, die dort hineinplatziert worden ist.

Herausgekommen bin ich am Wadakura Fountain Park neben den Kaiserpalastgärten (letzteren habe ich mir aufgrund einsetzenden Nieselregens, grau in grau und Beinschmerzen nicht mehr gegeben), der eigentlich ganz schön und entspannend anzusehen ist, aber eigentlich nur eine Symbiose aus Stein und Wasser darstellt. Sehr puristisch-spartanisch.

Auf dem Rückweg habe ich die neueste Mode der männlichen Japaner zwischen 20 und 30 entdeckt – Stoffhosen, die noch etwa 3x breiter sind als Baggy-Pants der hiesigen HipHop-Gemeinde. Vielleicht ist es auch Sumoringer-Alltagskleidung? Jedenfalls sieht es verboten aus ^_^ Und die Träger schauen dann auch immer (grundsätzlich) grimmig und machen auf  Bad-Boy-Boxer.

5.4.09 02:01

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