Kara-oke? Nicht OK. Aber spaßig.

Am Samstag haben sich einige Japanforumler in Harajuku zusammengefunden und eine lustige Deutsch-Japanische Runde gebildet (durch die Anhängsel der Deutsch-Forianer). Zugehört habe ich in Japanisch, Englisch und Deutsch, schöner Mix, geantwortet eher auf Deutsch und Englisch, denn für individuelle Unterhaltungen reicht es mal wirklich gar nicht.

Haben uns also zusammen in den Yoyogi-Park begeben und uns mitten in den Park auf eine blaue mitgebrachte japantypische Plane gesetzt. Drumherum Musik und Sonne, ein paar verkleidete und auch schon einige betrunkene (und auch deshalb eingeschlafene) Japaner. Jeder hat sein mitgebrachtes Essen verzehrt und die Süßigkeiten und Knabbereien wurden brüderlich geteilt. Nach ein paar Stunden, es wurde auch langsam dunkel und (in Tokyo um die Jahreszeit jeden Abend bisher) plötzlich schneidend kalt und auch windig, sind wir losgezogen zum spontanen Karaoke. Die Gruppe hatte sich zu dem Zeitpunkt an Teilnehmern schon deutlich reduziert. ^_^ So ab dem Wort "Karaoke" nämlich.

Karaoke. Ich liebe Karaoke. Ich liebe es auch, in Hundehaufen zu treten. Durch diese Aussage könnt ihr abschätzen, wie mein "Ich liebe.." gemeint ist, denke ich. Vor allem war es teuer. Aber man macht das ja nur einmal, denke ich, und damit war es okay. Gezahlt haben wir für 2 Stunden und 2 Getränke pro Person 2.500 Yen, das sind 20 Euro. Okay, geht noch, aber mir wurde bestätigt, dass es sich um einen recht teuren Laden handelt.

Karaoke darf man sich nun nicht, wie wir es kennen, vorstellen: Bar, viele Leute am Tresen, alle hören deinem peinlichen Gejaule zu, lachen und applaudieren. Nein. Karaoke ist eine Box, die man sich für die Gruppe mietet. Diese ist nicht wirklich groß, aber es passen gute 8-10 Personen hinein. Irgendwie jedenfalls. Getränke ordert man (am besten durch die japanische Freundin eines Deutschen ^_° über ein Telefon, der Kellner kommt rein, kniet sich nieder, stellt die Getränke auf den Tisch, steht auf, verbeugt sich, und verlässt schnell die Kabine.

Die Songs sucht man sich erst in einem Buch mit den Ausmaßen des Berliner Telefonbuchs heraus, dann tippt man auf einem so ziemlich nur Japanisch anzeigenden portablen Tippdisplay herum, bis man es hat. Oder Mann. Ich habs nicht geschafft. Dann beginnt eine Musik, die nicht immer (gerade bei Rockmusik) nach dem klingt, was es sein soll. Klar, Melodie gut zu erkennen, aber gerade Rockmusik wurde wohl gerne mit anderen Musikinstrumenten aufgenommen als vom Komponisten ursprünglich mal gedacht.

Nach zwei sehr lustigen lauten schrägen Stunden haben wir uns dann verabschiedet. Ich wurde noch von einem Pärchen in ein Kaufhaus gebracht, in dem unten etwas Essbares zu finden war, das ich schon zwei Tage lang vergebens in Tokyo gesucht habe, war sehr dankbar und bin dann glücklich futternd "nach Hause" gefahren.


30.3.09 07:42

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